Demo: Keine Party für die Nation

Am Samstag 5. Juli haben in Bremen 250 Menschen gegen Nationalismus demonstriert. Die Demonstration stand unter dem Motto „Keine Party für die Nation“. Anlass war der während der Fußball-WM zunehmend sichtbare Nationalismus.
Der Demonstrationszug begann am Hauptbahnhof. Die Zwischenkundgebung am Brill erhielt viel Aufmerksamkeit. In Redebeiträgen wurde herausgestellt, wie das völkische und abwertende Menschenbild der deutschnationalen Burschenschaften in der Gründerzeit des deutschen Staates wirkte und noch heute fortwirkt. Die Ausgrenzungen, die unter einer solchen nationalen Ideologie vertreten werden, müssten ebenso wie der vermeintlich harmlose Fußballpatriotismus konsequent angegriffen werden. Mit Parolen wie „Mord, Folter, Deportation, dass ist deutsche Tradition“ oder „Hoch die antinationale Solidarität“ zog die Demonstration unter vielen neugierigen aber auch verwirrten Blicken zur Domsheide. Hier wurde in einem Redebeitrag auf den Zusammenhang von Privateigentum und der Unterordnung der Einzelnen unter die Verwertungslogik des Nationalstaats hingewiesen. Für die Aufforderung, gemeinsam für eine Gesellschaft ohne Nationalstaaten zu kämpfen gab es auch von den umstehenden Menschen Applaus.
Nach Auffassung des Bündnis gegen Nationalismus Bremen steht das nationalistische Feiern auf den Fanmeilen einer freien und solidarischen Gesellschaft im Weg. Das Bündnis aus linksradikalen Gruppen dagegen setzt sich nach eigenem Bekunden für eine Gesellschaft ohne Armut, Ausgrenzung und Konkurrenz ein.
Auf dem Weg in das Ostertorviertel wurde die Demonstration langsam von einem aufziehen Gewitter eingeholt. Dass hielt die Demonstrierenden jedoch nicht davon ab, die letzte Kundgebung auf dem Ziegenmarkt abzuhalten. Durch den Wolkenbruch wurden die Einladungen zu einer gemeinsamen Abendveranstaltung, auf der über Nationalismus diskutiert werden sollte, und der Hinweis auf die Mobilisierung gegen den Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober in Hannover, unterbrochen. Die Demonstration wurde mit den Worten „Schlechtes Wetter, harte Zeiten, gegen Nationalismus fighten“ offiziell beendet.

 

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